19 von 29 Partien haben die Boston Celtics inzwischen absolviert und können mit einer Bilanz von 16 zu 3 beruhigt in die letzten 10 Partien der Regularseason gehen. Die direkte Playoffteilnahme scheint schon gesichert, selbst wenn es, wider Erwartens, noch Niederlagen hageln sollte.
Die Gründe für den bisher reibungslosen und erfolgreichen Ablauf der Regular-Season sind schnell gefunden: Zum einen lässt die Celtics-Defense nur eine Fieldgoalquote von 41,9% zu und stellt damit deutlich den Spitzenwert der Liga, zum anderen ist die Celtics-Offense, dank vieler Offensivoptionen, schwer ausrechenbar und letztlich präsentiert sich das Team erstaunlich konstant.
Ausschließlich im Spiel gegen die Golden State Warriors hatten die Celtics in der zweiten Halbzeit deutliche Probleme das Tempo des Teams aus Oakland mitzugehen und wurden so letztlich auch deutlich geschlagen. Die Niederlagen gegen Atlanta und Minnesota waren demgegenüber denkbar knapp und hätten auch gewonnen werden können.
Selten trifft das Team unter 50% aus dem Feld und noch seltener nähert sich die gegnerische Offense diesem Wert, so ist es auch nicht verwunderlich, dass Boston seine Partien im Schnitt mit 12,7 Punkten Vorsprung gewinnt und auch hier den Liga-Bestwert stellt.
Ein voller Erfolg war der letzte, teilweise kritisierte, Trade der Kelten, der Gerald Wallace, Zach Randolph und Luke Ridnour nach Boston brachte. Wallace und Randolph haben sich in den letzten Spielen immer mehr zu den zentralen Figuren der Celtics-Offense entwickelt, wohingegen Luke Ridnour zu Beginn noch Probleme mit seiner Rolle als Starting Point-Guard hatte.
Inzwischen hat sich aber auch Ridnour in seiner Rolle zurecht gefunden und war gegen die Sacramento Kings letztlich sogar mit 20 Punkten und 13 Assists "Player of the Game" und Topscorer des Teams.
Für Furore sorgt weiterhin die Bank der Celtics, die allen voran von Boris Diaw und Leandro Barbosa ins Feld geführt wird und die gegnerischen Coaches ein, ums andere mal zur Verzweiflung getrieben hat. Immer wieder sorgen die beiden "Sixth Mens" dafür, dass die gegnerische Bank, in den Minuten in denen die Stars eine Pause brauchen, Schwierigkeiten haben den Anschluss nicht zu verlieren.
Team-Captain Paul Pierce steckt demgegenüber in einer "Minikrise": Seine Punkteausbeute lag zu Saisonbeginn noch bei 26, seine Quoten bei 50% aus dem Feld und 40% von der Dreierlinie - All diese Werte sind, teilweise deutlich, gefallen. Coach Pinkall gab dazu allerdings zu verlauten: "Ich habe vollstes Vertrauen zu Paul, seine sinkenden Werte sind letztlich einfach dem Umstand geschuldet, dass das Team immer weiter zusammenwächst und seine Mitspieler an Selbstvertrauen gewinnen und mehr Verantwortung schultern, die Paul zu Saisonbeginn noch schultern musste. Er nimmt sich offensiv zurück, um seinen Mitspielern die Möglichkeit zu geben ihre Rolle zu finden. Im Übrigen stellt er gemeinsam mit Anderson die Säule unserer Teamdefense, was viel Kraft kostet."
Letztgenannter Anderson Varejao ist inzwischen unverzichtbarer Bestandteil des Teams und bringt unter dem Brett die nötige Härte mit, um die Potenz des gegnerischen Frontcourts zu minimieren. Auch hier bleibt letztlich festzuhalten, dass die Teamumstruktierung vor und während der Saison scheinbar in jeglicher Hinsicht hervorragenden funktioniert hat.
Nun bleibt nurnoch zu hoffen, dass die Celtics ihre Stärken manifestieren, und ihre Schwächen beheben können, um auch in den Playoffs ein "gehöriges Wörtchen" mitreden zu können.